Hohes Innovationsniveau beim Ideenwettbewerb „TUniCorn“ 2026

Bereits zum vierten Mal hat der Gründungsservice der TU Clausthal in Zusammenarbeit mit der WiReGo den Ideenwettbewerb TUniCorn für innovative Projekte ausgerichtet.

„Wir freuen uns, verkünden zu dürfen, dass alle drei Gewinner-Teams vom TUniCorn Ideenwettbewerb 2023 erfolgreich gegründet haben. Das zeigt das große Gründer-Potenzial unserer Region“, eröffnete Simon Wolters gemeinsam mit Selma Lohan (beide gemeinsamer Gründungsservice der TU Clausthal und der WiReGo) das Finale des TUniCorn Ideenwettbewerb 2026. In diesem Jahr wurde ein neuer Teilnehmerrekord erreicht: 18 Teams bewarben sich bei der vierten Ausgabe des Ideenwettbewerbs. Acht von ihnen überzeugten besonders und durften ihre Ideen in kurzen „Pitches“ beim Finale am 05. März im Gründungszentrum präsentieren.

Qualität der Beiträge beeindruckt Jury

Im Anschluss stellten sich die Finalistinnen und Finalisten den Fragen der Jury, die sich wie im Vorjahr aus Iris Seeber (Volksbank im Harz), Christian Schäfer (Fels-Werke GmbH), Dr.-Ing. Michael Reiß (Holos Excellence) und Samet Kibar (Gründungszentrum Clausthal-Zellerfeld) zusammensetzte. Erstmals nahm außerdem Prof. Ani Melkonyan-Gottschalk online teil, vor Ort vertreten von Annika Hoppe (beide Institute of Geotechnology and Mineral Resources).

„Dieses Jahr haben Sie mich mit Ihren Ideen besonders gefordert. Es hat mir große Freude bereitet, mich mit den vorgestellten Themen auseinanderzusetzen“, lobte Iris Seeber die Pitches. Auch Christian Schäfer betonte: „Jedes Projekt war äußerst interessant und wurde professionell vorgetragen.“ Die Jury bewertete die Teams anhand der Kriterien Innovationspotenzial, Kundennutzen und Präsentation.

Innovative Ansätze für Energie, Recycling und Kommunikation

Den ersten Platz belegten Dr.-Ing. Marina Becker und Dr.-Ing. Maik Becker mit „QuinAir“, einem saisonalen elektrochemischen Energiespeicher, der Redox-Flow- und Metall-Luft-Batterien kombiniert. Ziel der neuartigen Luft-Redox-Flow-Batterie sind extrem niedrige Kosten (weniger als 34 €/kWh), hohe Energiedichten und saisonale Speicherung von Solarstrom. Für den ersten Platz erhalten sie die Gewinnsumme von 1.000 Euro.

Der zweite Platz, dotiert mit 500 Euro, ging an das Projekt „Rotor“. Maximilian Feyrer und Philipp von Güldenstubbe arbeiten an der Entwicklung eines kontinuierlichen Pyrolyseprozesses zur stofflichen Verwertung von GFK-Rotorblättern aus Windenergieanlagen. Ziel ist die Rückgewinnung von Glasfasern sowie Öl- und Gasfraktionen aus realen, heterogenen Rotorblattmaterialien und damit ein echter Recyclingpfad statt Downcycling wie in der Zementindustrie.

Zaki Hussein, Dominik Schulz und Dr. David Unbehaun erreichten mit „Clara AI“den dritten Platz und erhalten 250 Euro Preisgeld. „Clara AI“ ist ein freihändiges, natürlichsprachliches KI-System, dass Pflegekräften die Dokumentation direkt während der Arbeit ermöglicht. Gesprochene Inhalte werden transkribiert, semantisch analysiert, strukturiert und richtlinienkonform in Pflegesoftware überführt. Das Alleinstellungsmerkmal ist zum einen die Mehrsprachigkeit und zum anderen die Fähigkeit, auch Fragen des Personals zu einzelnen Patient:innen zu beantworten.

Weiterführende Unterstützung für die Finalteams

Vor der Siegerehrung hielt Emil Alkountar, Gründer der Parfümmarke „Or et Vin“, eine Keynote und schilderte den Übergang von der Idee zur Gründung anhand seines eigenen Werdegangs. „Den perfekten Plan gibt es nie. Auch wenn der Start holprig ist: Fangt einfach an!“, gab er den Teilnehmenden mit auf den Weg.

Die Jury ist vom Potenzial aller Teams überzeugt und bietet deshalb auch nach dem Wettbewerb weitere Unterstützung an: In rund sechs Monaten möchten die Jurymitglieder erfahren, wie sich die Projekte weiterentwickelt haben. Die Organisation dieses Formats übernimmt der gemeinsame Gründungsservice.